Eine Welt voller Möglichkeiten – Antwort 16

Eine Welt voller Möglichkeiten – Antwort 16

Wann glaubst du, dass etwas möglich ist?

Ich habe mich in diese Frage spontan verliebt, als ich sie bei Sara Moss im Newsletter entdeckt habe. Sie hat mir netterweise erlaubt, sie für meine 60-Fragen Challenge zu verwenden. (Danke, Sara! 🙂 )

Gerade zum Jahresanfang ist das eine superschöne Frage, die ich gerne beantworten möchte.

Ich kann das!

Das ist die einfachste und schnellste Antwort. Wenn ich weiß, dass ich etwas tun kann, kann ich es eben. Dann muss ich nicht daran glauben, dass es möglich ist, dann WEISS ich es sogar. Ich bin schon mal länger Auto gefahren, ich kann wieder die lange Strecke in den Urlaub fahren! Alles kein Ding.

Ich habe ein Vorbild oder meinen „tribe“ gefunden!

Jemand hat mir vorgemacht, dass etwas möglich ist. Unter vergleichbaren Umständen haben es schon andere geschafft, das Ziel, das ich mir gesteckt habe, zu erreichen. Ich kenne da eine, die hat …

Deshalb sind Gruppen in sozialen Medien so wichtig, das ist das „soziale“ daran. Menschen mit ähnlichen Zielen oder Interessen treffen sich, um sich gegenseitig zu unterstützen. Mit meinen Schreibkolleginnen in meiner Schreibgruppe beweisen wir uns immer wieder aufs Neue, dass es möglich ist, jede Woche einen „Personal Essay“ zu schreiben. Jetzt kann ich glauben, dass ich das auch weiter tun kann und ich beginne daran zu glauben, dass aus meinem Schreiben noch viel mehr werden kann.

Es ist also die Unterstützung anderer und ihr Glaube an meine Fähigkeiten, die mich beflügeln können. Besonders dann, wenn ich vielleicht selbst noch unsicher bin und gerade erst damit beginne, mich zu entfalten. Wenn die eigene Erfahrung des Könnens noch fehlt, ist es gut und wertvoll, Menschen mit Erfahrung an der Seite zu haben. Gut sind solche, die sich erinnern, wie unsicher sich Anfänge anfühlen können. Zeiten, in denen man außer einem kleinen grünen Spitzchen, das aus der Erde kommt, noch nichts erkennen kann und schon gar nicht weiß, ob da mal eine Eiche oder ein Johannisbeerenbusch daraus wird. Das ist der Moment für Zuspruch: Da wird was draus! Das weiß ich! Sowas habe ich schonmal gesehen.

Oder die Ermunterung von Menschen, die sich einfach daran begeistern können, dass da was wächst. Da kommt was Neues, wie schön! Egal was, Hauptsache: Mehr grün!

Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl!*

Und dann gibt es da noch dieses unbestimmte Bauchgefühl, das ich ganz für mich alleine haben kann. Nicht das Grummeln der eintausend Ängstlichkeiten, sondern das Flattern von Schmetterlingsflügeln oder das Säbelrasseln einer kleinen Samurai-Armee oder das warme Gefühl einer mit Mut-Kakao gefüllten Magengrube.

Vorfreude fühlt sich so an. Gemischt mit Hoffnung und Zuversicht. Eine Prise Obacht geben ist auch dabei. Dazu Selbst-Verlässlichkeit. Ich kann mich auf mich verlassen, ich werde mich nicht im Stich lassen. Ich bin auf meiner Seite, egal, was passiert und egal, was die anderen sagen. Ich mach das jetzt, weil ich daran glaube, dass es gut ist.

Für mich heißt das im Moment: Ich gehe jetzt auf „Meine wilde Reise durch die Nacht!“. Ich glaube, dass das klappen kann. Was genau eigentlich? Ich glaube, dass sich es schaffe, ein ganzes Jahr lang auf diese Reise zu gehen. Ein Jahr lang schreibend davon zu berichten, was es mit der wilden Reise auf sich hat.

Was daraus sonst noch wird? Ich habe keine Ahnung. Und das macht überhaupt gar nichts.

Denn: Wäre es sonst eine „wilde“ Reise, wenn ich schon alles ganz genau wüsste?

Kann ich mich immer auf mich selbst verlassen?

Doch was ist, wenn die Zeiten oder Umstände in meinem Leben ganz ungewiss sind? Gibt es da auch etwas, dass mich glauben lässt, dass etwas möglich ist?

Eben bin ich mit der Planung für mein Schreibjahr 2021 fertig geworden. Es ist eine lange, lange Liste und natürlich frage ich mich – gerade nach den Planungserschütterungen des vergangenen Jahres, ob das alles so klappen kann. Ist das überhaupt möglich? Werde ich das wirklich alles schreiben?

Die ehrliche Antwort ist: Ich habe schon wieder keine Ahnung!

Dennoch ist es gut zu planen, weil ich mir damit überhaupt erst die Chance schaffe, dass ich einiges davon realisieren werde. Und ich kann anfangen, mich darauf zu freuen, auf das viele Schreiben.

Und ich weiß inzwischen: Ich kann mit Unvorhergesehenem umgehen. Das kann ich wirklich! Das habe ich schon so oft gemacht. Da muss ich nicht mehr dran glauben, das weiß ich.

Das kann ich mir nicht vorstellen!

Ab diesem Jahr werde ich versuchen, Menschen, die allzu oft diesen Satz sagen, möglichst weiträumig aus dem Weg zu gehen. Denn die können Luftballons zerplatzen lassen, bevor sie auch nur aufgeblasen sind.

Dieser Satz sagt nichts über die Realität oder mögliche Möglichkeiten aus, sondern nur über das vorliegende limitierte Vorstellungsvermögen der Person, die ihn ausspricht.

Menschen konnten sich schon so viel nicht vorstellen: Dass Frauen ein eigenes Konto haben. Dass Frauen wählen können. Dass sie Vorstandsvorsitzende sein können. Dass Menschen ins Weltall fliegen können. Dass …
Und? Hat es ihnen etwas genützt? Es ist doch so gekommen!

Ich kann mir eine Menge vorstellen und an sehr viel Mögliches glauben.
Und das ist ganz genau gut so.

*sagte mal Andreas Möller



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