Über mich

Wenn du auf der Suche nach „perfekt“ bist oder locker-flockige Gute-Laune-Geschichten lesen möchtest, bist du auf dieser Seite leider an der falschen Adresse.

Hier schreibe ich über ein unperfektes Leben, das trotzdem – oder gerade deswegen, das ist noch nicht raus – reich, befriedigend, erfüllt und erfüllend ist. Aber eben auch anstrengend und schwierig.

Ich erzähle meine Geschichten über Krankheiten, Unfälle, Verletzungen, Schicksalsschläge, Unglück und manchmal sogar Drama, kurz über den GROSSEN MIST!

Die Sorte Mist, die man eben nicht durch „positives Denken“ oder einen Perspektivwechsel in den Griff bekommen kann. Hab‘ ich lange versucht, geht wirklich nicht. Irgendwann dämmerte mir nämlich, dass es gar nicht darum geht, Kontrolle darüber zu bekommen oder gar den Mist wegzuschaffen. Sondern es geht darum, mit dem Misthaufen mitten im Hof zu leben. Und zwar gut zu leben ohne zu meinen, den Misthaufen verstecken zu müssen.

Solche Misthaufen kenne ich noch aus meiner Kindheit. Als ich sieben war, sind wir aus der Hochhaussiedlung „aufs Dorf“ gezogen. Was ich in dem Alter großartig fand, mit fünfzehn, sechzehn ohne Führerschein und ohne Busverbindung in die Stadt dann nicht mehr so.

Meiner Liebe zur Natur hat das allerdings nie Abbruch getan. Ich spaziere gerne. Am liebsten am und im Wald. Das tue ich oft, möglichst regelmäßig. Am allerallerliebsten spaziere ich aber im Sommer am Strand von Eiderstedt an der Nordsee.

Der erste Bruch
Seit ich acht Jahre alt war, weiß ich, dass man ganz aus Versehen, geradezu beiläufig sein Leben verlieren kann. Mit acht habe ich auf dem Schulweg die Straße überqueren wollen und eine Autofahrerin in einem roten Auto hat mich übersehen.

Alle haben anschließend immer wieder beteuert, welch großes Glück ich gehabt hätte, dass „nichts Schlimmeres“ passiert sei als ein Schien- und Wadenbeinbruch. Das Schlimmere wurde nie benannt, aber das sorgenvolle Kopfschütteln und der Schrecken in den Augen der Nachbarschaftsmütter sprachen Bände. Auch wie sie mich manchmal ansahen. Ich wusste, ich hätte auch weg sein können.

Natürlich haben wir in der Familie nie darüber gesprochen.

Ein ganz normales Leben
Es folgte dann ein ganz normales Leben mit Abitur, Pharmaziestudium, Arbeit als Apothekerin, jetzt als Trainerin und Coach. Vor über 25 Jahren habe ich meinen Mann kennengelernt. Nächstes Jahr sind wir 20 Jahre verheiratet. Wir leben in Marburg in einer schönen Wohnung mit Garten. Mit unserem Kater. Der gehört hier natürlich auch erwähnt. Wer mehr über uns erfahren möchte, kann sich unser „Beziehungswahnsinn“-Gespräch auf Spotify anhören.
(Hier klicken.)

Mit ganz normalen Sachen…
In diesem ganz normalen Leben sind noch weitere ganz normale Sachen passiert. Sie hätten jedem passieren können.ich bin da nichts besonderes, sondern nur eine von Vielen.

Diverse Unfälle und Operationen; ich hatte im Laufe der Jahre 8½ mal Gelegenheit, das Laufen wieder zu lernen. Mein Elternhaus ist zur Hälfte abgebrannt. Meine Eltern sind beide an Krebs gestorben. Meine Mutter an Brustkrebs mit 46 Jahren im Jahr nach dem Brand, mein Vater mit 70 wegen berufsbedingtem Asbestkontakt. Vor zwei Jahren habe ich eine meiner engsten Freundinnen buchstäblich über Nacht verloren.

Das alles war so schrecklich normal. So normal, dass wir in der Familie nie darüber sprachen. Das machte man einfach nicht. Das konnte man auch einfach nicht.

Kriegskindergeneration. Es fehlten die Worte. Das hätte alles viel zu weh getan. Deswegen erschien Totschweigen und Nichtfühlen als die bessere Lösung.

Ich kann das verstehen, ich habe das auch getan. Gründlich.
Es musste ja auch immer wieder weiter gehen. Mit dem Beruf, mit den Verantwortlichkeiten, mit dem Leben.

Lass es hinter dir. Mach weiter. Mantras fürs Durchhalten.  

Mit 41 Jahren hatte ich dann einen Burn-Out. Für mich damals aus heiterem Himmel.
Heute völlig plausibel.

Seitdem suche ich nach den richtigen Worten für „all das“. Ich suche nach Möglichkeiten, nicht nur nicht zu verzweifeln, sondern auch immer wieder glücklich zu werden. In glücklichen, bereichernden Beziehungen, mit Dingen, die mir immer wieder Freude machen. Immer wieder neu wachsen und gedeihen. Leben, nicht nur überleben. Trotz allem.

Ich habe die Sprache der Psychologie und der medizinischen Wissenschaften ausprobiert. Schließlich bin ich von Haus aus Apothekerin.

Ich in Coach geworden und habe mir das Vokabular und die Denkmodelle dieses Berufs angeeignet.

Dann habe ich ernsthaft mit dem Schreiben begonnen und alles wurde wieder anders.

Ich war zehn Jahre auf der Suche, ich habe gesammelt, geforscht, diskutiert, gedacht, gelacht und vor allem gelernt, gelernt, gelernt.

Neugier, Courage, Lebenslust

Neugier und Courage haben mir die ganze Zeit immer wieder weiter geholfen. Mir ermöglicht, mich immer wieder neu ins Leben – in mein Leben – zu verlieben.

Ich habe bei so vielen Autoren Worte gefunden, die ich mir leihen, mit denen ich weiterdenken konnte. Die mich im besten Fall zu etwas für mich Neuem inspiriert haben.

Das möchte ich weitergeben, denn zurückzahlen kann ich es nicht.  („to pay forward“ ist der schöne englische Ausdruck dafür.)

Jetzt ist es also an der Zeit, dass ich als Autorin, Schreiberin, Wortweberin, Bloggerin meine Geschichte und Geschichten, von meinen Entdeckungen erzähle. Mal mehr, mal weniger fiktiv. Aber immer aufrichtig.

Und meine große Hoffnung ist, dass für die ein oder andere etwas dabei ist,
was etwas Neues anstösst und vielleicht sogar eine Veränderung zum Besseren ermöglicht.

 

♥ Danke, dass du hier vorbei schaust. ♥

 

Wer mehr über meine Arbeit als Coach erfahren will, wird HIER fündig.